Wildes Immunsystem

Wir möchten euch einige grüne Kraftpakete aus der Natur vorstellen, mit denen ihr euer Immunsystem stärken könnt. Und zwar nicht mit exotischen Pülverchen, sondern mit heimischen Superfoods, die ihr ganz einfach selber sammeln könnt oder im Garten findet. Früher wie heute helfen uns die heimischen Wildkräuter nämlich genau dann, wenn wir sie brauchen.



Echter Thymian


Der Duft von Thymian erinnert immer ein wenig an die italienische Küche, doch das Kraut schmeckt nicht nur lecker zu mediterranen Gerichten, sondern ist eines der wichtigsten antiviralen pflanzlichen Heilmittel. Schon Hildegard von Bingen bekämpfte Husten und Atemnot mit der wohlriechenden Pflanze. Sie ist ein super Schleimlöser und lindert Schmerzen bei fiesen Hustenanfällen. Heute wissen wir, dass das ätherische Öl Thymol Bakterien und Viren den Kampf ansagt. Auf den Wiesen findet ihr den wilden Verwanden Quendel an steinigen und trockenen Orten. Dieser kann analog zum Thymian verwendet werden, ist jedoch nicht ganz so stark in seiner Heilwirkung.


Ideal ist eine Anwendung als Tee. Einfach 1,5 g Thymiankraut (etwa 2 frische Zweige) in 150 ml heißes Wasser geben und 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, sodass alle wertvollen Stoffe im Tee bleiben. Diesen könnt ihr dann über den Tag verteilt trinken. Wer eine intensivere Version ausprobieren möchte, kann den Tee länger ziehen lassen und dann gurgeln. Für ein wohlriechendes Erkältungsbad am Abend dürfen die Zweiglein auch mit im Badewasser schwimmen.



Salbei

Salbei ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen und schon der botanische Name Salvia officinalis („offizielle Heilung“) lässt die umfangreiche Heilwirkung erahnen. Der Echte Salbei unterscheidet sich von anderen Salbei-Arten, wie dem Wiesensalbei durch seinen Gehalt an Thujon. Seine über 60 Inhaltsstoffe kombinieren die heilenden Wirkungen von Rosmarin, Eukalyptus, Teebaumöl, Wermut und Thuja. Durch die ätherischen Öle kommt auch der typische Salbei-Geschmack zustande. Das enthaltende ätherische Öl bewirkt außerdem, dass sich Krankheitserreger nicht weiter vermehren können. Die in den Blättern enthaltenen Gerbstoffe ziehen die Schleimhaut in Mund und Rachen zusammen. Dadurch wird diese erstens undurchlässiger für Viren und Bakterien, zweitens beruhigt sich die gereizte Schleimhautoberfläche. Die Heilpflanze enthält auch jede Menge Vitamin C und B3. Außerdem wichtige Mineralstoffe: In 100 g frischen Salbeiblättern sind etwa 260 mg Kalzium, 170 mg Kalium, 70 mg Magnesium und 5 mg Eisen.


Salbeitee mit Honig und Zitronensaft oder mit Honig und Apfelessig hilft super bei Entzündungen im Mund- und Racheraum (von der Zahnfleischentzündung bis zur Mandelentzündung). Während der Erkältungszeit trinken wir Salbeitee gerne vorbeugend: Er desinfiziert und unterstützt so die Abwehrkräfte.



Die Hagebutte


Die Hagebutte ist nicht nur ein leuchtend roter Farbklecks im Herbst und Winter, sondern eine der Vitamin C-reichsten Pflanzen, die wir kennen. Um genau zu sein, enthalten 100g der Frucht 400 bis 1.500mg Vitamin C. Da können selbst Zitronen mit 53g nicht mithalten! Die Hagebutte ist die Scheinfrucht verschiedener heimischer (Wild-)Rosenarten. Die echten Früchte sind tatsächlich die Kerne in den roten Schalen (Ja, das „Juckpulver“). Die Früchte sind mal dunkelrot, mal eher orange, länglich oder kugelrund. Essbar ist das Fruchtfleisch und die Schale aller Sorten. Von September bis Dezember könnt ihr sie sammeln.


Was die Hagebutte so rot leuchten lässt, ist der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin, dieser ist ein sehr sehr starker Antioxidant. Außerdem enthält die rosa canina den Pflanzenstoff Galaktolipid, der nachweislich Entzündungen hemmt. Ihn findet man in den kleinen weißen Kernen und der Schale der Früchte. Jetzt im Frühling müssen wir nicht auf diese heimische Superfrucht verzichten, sondern können sie als Pulver zu uns nehmen - das sollte aber in Rohkostqualität sein, sodass es noch alle wichtigen Inhaltsstoffe noch vorhanden sind. Viele Pulver und Tee‘s, die ihr in den Supermärkten kaufen könnt, stammen aus China oder Chile. Und das, obwohl die Pflanze direkt vor unserer Nase zuhauf wächst. Also auf die Herkunft achten und im Winter selber sammeln.



Lindenblüten


Lindenblüten lassen euch ordentlich schwitzen. Dadurch bekommt ihr, wenn ihr eine normale Erkältung habt seid, die Viren schneller aus eurem System. Ideal ist ein Tee oder eine Schwitzkur. Dafür einen heißen Tee oder ein heißes Bad mit Lindenblüten zubereiten. 1 EL der Blüten mit heißem Wasser 5 - 10 Minuten ziehen lassen. Von dem Tee 1 bis 2 Tassen trinken und zwar, wenn er noch sehr heiß ist. Dann wird geschwitzt! Mindestens 30 Minuten ins warme Bett einmummeln, anschließend den Körper gut trocknen, Bettwäsche wechseln und lange schlafen. Lindenblüten versprechen ruhige Träume und wirken außerdem entzündungshemmend.



Spitzwegerich


Was den Golfrasen-Freunden ein Dorn im Auge ist, kann ein wirksames Hustenmittel sein. Denn der lanzettförmige Spitzwegerich enthält einen Stoff, der sich beruhigend wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute legt. Weiterer Pluspunkt ist, dass er wirklich überall zu finden und einfach zu verarbeiten ist. Zum Beispiel eingelegt in heilenden Honig für die Erkältungszeit. Und so geht’s:


10 Blätter Spitzwegerich

1 Glas flüssiger Bio-Honig (am besten aus der Region)

1 leeres Schraubglas

Alkohol zum Desinfizieren


Nach dem Sammeln gut waschen und sorgfältig mit einem Tuch abtrocknen. Ein Schraubglas zur Hand nehmen und mit Alkohol desinfizieren, sodass keine Keime mehr im Glas lauern. Dann den Spitzwegerich klein schneiden und ihn abwechselnd mit Honig in das Glas schichten. Noch einmal gut umrühren - jetzt heißt es abwarten. Das Honigglas kommt für einen Monat an einen dunklen, kühlen Ort und sollte alle paar Tage geschüttelt werden. Nach vier Wochen werden die Kräuter mit einem Sieb abgeseiht und dein natürliches Hustenmittel steht für den Notfall parat. Durch den Honig ist die Mischung auch extrem lange haltbar.



Sanddorn


Die Zitrone des Nordens ist ebenfalls eine super Vitamin C-Bombe. Die Beere ist eines der wenigen pflanzlichen Lebensmittel, die auch Vitamin B12 enthalten. Allerdings kann der Körper die enthaltene Form des Vitamins nicht gut verwerten. Daher konzentrieren wir uns mal auf die positive Wirkung auf's Immunsystem. Schon eine handvoll Beeren am Tag deckt den Vitamin C-Bedarf eines Erwachsenen und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe sorgen für einen ausgeglichenen Stoffwechsel. Sanddorn kann einfach ins Müsli gemischt werden, so schmeckt es überhaupt nicht sauer. Und wer nicht weiß, wo es Sanddorn zu kaufen gibt: Sanddorn macht sich sehr schön im Garten und kann für die tägliche Vitaminversorgung leicht kultiviert werden.



Gundermann


In der Natur vor unserer Haustür findet ihr jetzt an vielen Ecken den Gundermann. Von Mai bis Juni blüht das Kraut an Wald- und Feldrändern in ganz Deutschland. Das weitverbreitete Wildkraut ist ein idealer Endzündungshemmer und Schleimlöser. Hauptträger der entzündungshemmenden Eigenschaften ist das Öl, das beim Zerreiben der Blätter austritt. Es hat einen würzigen, leicht minzigen Geschmack. Damit kann der Gundermann nicht nur heilen, sondern auch gut im Salat schmecken - er wird auch wilde Petersilie genannt. So könnt ihr Gundermann ganz einfach in euren Speiseplan integrieren.



Mädesüß


Das echte Mädesüß blüht von Juni bis August und ihr findet es vermehrt auf feuchten Wiesen oder an Bachufern. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Mädesüßblüten. Diese enthalten eine Vorläufersubstanz der Salicylsäure. So hilft es bei typischen Erkältungssymptomen und wirkt außerdem leicht entzündungshemmend. Ihr könnt das Kraut z.B. als Tinktur oder Tee nutzen.


Weitere Wildkräuter, die dich mit ausreichend Nährstoffe versorgen sind unter anderem: Vogelmiere, Franzosenkraut, Giersch und Brennnessel. Die heimische Natur kann von unserem Körper besser verstoffwechselt werden als exotische Superfoods, da wir diese schon seit tausenden von Jahren gewöhnt sind. Viel Spaß beim "durchfuttern" und bleibt gesund!


Ihr möchtet noch mehr über Kräuter wissen, die euer Immunsystem zu unterstützen? Hier geht zum Artikel über Phytobiotika.


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EU-Landwirtschaft

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