Wildes im Juli & August.

Aktualisiert: Juli 29

Es ist heiß, wir suchen Schatten. Beim Wildkräutersammeln finden wir ein wenig Abkühlung im Wald. Aber wir dürfen nicht vergessen: Auch wenn wir Sommertage lieben, braucht die Natur kühlende Sommergewitter. Damit unsere wilden Freunde mit Regenwasser gestärkt werden. Diese Kräuter findet ihr im Juli und August (Lesezeit 4 Minuten).


Schnell sein.


Wenn ihr euch direkt im Juli aufmacht, könnt ihr noch Johanniskraut entdecken. Die goldenen Blüten lassen sich verspeisen, für einen Tee bei Stimmungstiefs sammeln oder zu dem hilfreichen Rotöl bei trockener Haut verarbeiten. Bei Brennnessel könnt ihr jetzt die proteinreichen Früchte verwenden. Diese werden umgangssprachlich Samen genannt und schmecken lecker nussig und sind ein Proteinpulver frisch von der Wiese. Auch bei Beifuß muss man sich im Sommer beeilen. Ideal wird dieser vor der Blüte gesammelt und getrocknet. So habt ihr ein tolles Räucherkraut zur Reinigung oder ein verdauungsförderndes Gewürz.




Wildkräuter.


Die folgenden Kräuter findet ihr in den Sommermonaten in Hülle und Fülle. Natürlich darüber hinaus noch viele weitere.


Baldrian: Die Erntezeit der Wurzeln beginnt erst im September. Die schönen Blüten können wir allerdings als essbare Dekoration oder als Tee auch schon jetzt verwenden.


Malve: Sie enthält viele Schleimstoffe und Anthocyane. Mit ihren lilanen Blüten färbte man früher Süßigkeiten. In der Heilkunde verwendet man die Blätter bei grippalen Infekten, Geschwüren, Magenbeschwerden und Sodbrennen.


Weidenröschen: Die pinken Blüten schmecken zart süßlich, aber wir können auch die Blätter verwenden. Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Pektin und Schleimstoffe. Man nimmt sie bei Durchfall, Entzündungen im Magen und Darm und Wunden. Frisch sind die Blüten eine tolle Salatdeko. Getrocknet verfeinern sie Tee.


Ringelblume: Beruhigt die Haut bei Entzündungen; als Tee soll sie bei Übelkeit helfen. Enthält Carotinoide, Bitterstoffe, Saponine und Glykoside. Eher in eurem Garten zu finden!


Giersch: Enthält Eisen, Vitamin C, Kalium, Vitamin A, Calcium und Magnesium. Ihn verwendet man bei Blasentzündungen, Erkältungen, Durchfall und Rheuma. Sein Blatt ist dreigeteilt, ebenso wie das Blatt. Der Stil ist dreikantig. Im Juli steht er in voller Blüte.


Wilder Majoran: Auch Dost oder Wilder Oregano genannt. Wir sammeln für heilkundliche Zwecke die Sprossspitzen. Sie enthalten ätherische Öle, Gerbstoffe und Harz. Oregano regt den Appetit an und löst Verdauungsprobleme, beruhigt Zahnfleischentzündungen und Husten. Ein Muss in der italienischen Küche und der Heilpflanzenkunde. 


Mädesüß: Das süßlich duftende Kraut wurde schon von den alten Germanen bei Schmerzen verwendet. Mädesüß enthält nämlich eine Vorläufersubstanz der Salicylsäure. So sind die Blüten eine gute Zutat in Erkältungstee und Tinkturen.


Melde: Ist oft Gast im Gemüsebeet. Das Kraut enthält viel Vitamin C (doppelt so viel wie Grünkohl), Phosphor und Calcium, Kalium und Magnesium. Die Knospen und Blütenstände kann man wie Brokkoli zubereiten. 


Knoblauchsrauke: Geht in die zweite Runde und neue Blätter wachsen nach. Schmeckt lecker nach… Knoblauch. Sie enthält stickstoffhaltiges Glykosid, ätherisches Öl und wertvolle Enzyme. Schleimlösend bei Husten und entgiftend, entzündungshemmend und desinfizierend. 


Goldrute: Die lateinische Bezeichnung Solidago heißt soviel wie "gesund" und verweist auf die lange Bedeutung als Heilpflanze. Seit über 700 Jahren ist die Goldrute als Mittel gegen Harnwegsinfekte bekannt. Die gold-gelben Tupfer beginnen Anfang August zu blühen.

 

Köngisgkerze: Trägt ihren Namen, da die Pflanze früher mit Teer oder Pech bestrichen und als Fackel verwendet wurde. Heute schätzen wir das Kraut bei Husten & Heiserkeit. Die enthaltenen Schleimstoffe legen sich wie eine Art schützender Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen.


Wegwarte: Das Kraut kann euch auf Wanderungen die Uhrzeit verraten. Die Blüten schließen sich nämlich zur Mittagszeit. So wisst ihr, wann es Zeit für eine Pause ist. Die Wurzel ist sehr inulinreich und bietet daher gutes Futter für unsere Darmbakterien. Die blauen Blüten lassen sich essen. Gemeinsam mit den Blättern sind sie eine gute Bitterstoffquelle.


Strahlenlose Kamille: Wird auch Ananaskraut genannt. Zum Erstaunen vieler Sammler schmeckt dieses heimische Kraut tatsächlich fruchtig-tropisch wie Ananas. Jedoch wird sie oft übersehen oder für eine erkrankte Echte Kamille gehalten. Sie hat zwar ein ähnliches grün-gelbes Köpfchen, aber ihr fehlen die weißen Blütenblätter. Dennoch verfügt auch die Strahlenlose Kamille über ähnliche Wirkstoffe wie die Echte Kamille – allerdings fehlt ihr das entzündungshemmende Azulen, weshalb ihre Heilkraft geringer ist.


Rainfarn: galt lange Zeit als universelles Mittel gegen jegliche Art von Ungeziefer, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Deshalb legt man es oft an Schlafplätze von Haus- und Nutztieren. Am besten näht man Rainfarn in Hundebetten, Duftkissen oder Matratzen ein. Im Garten vertreibt er alle saugenden und beißenden Insekten wie Läuse oder Raupen. Außerdem ist er ein natürlicher Helfer gegen Mehltau. Seine Geheimwaffe ist der giftige Thujon. Wegen dieses Inhaltsstoffes sollte man ihn nicht essen. Thujon ist auch in Wermut enthalten. Doch wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift.


Wildes Obst.


Anfang Juli lassen sich noch die Johannisbeeren ernten. Später sind wir besonders begeistert, wenn wir wilde Himbeeren oder wilde Johannisbeeren finden. Auch wilde Kirschen sind nun reif zur Ernte. Später im Juli sind ersten Klaräpfel reif. Das ist eine alte Apfelsorte, die eher hellgrün als rot gefärbt ist. Sie lässt sich nicht lange lagern, weshalb wir die Äpfel schnell essen oder einkochen. Ende August lassen sich die ersten saftigen Brombeeren ernten.



Altes.


Natürlich arbeitet die Natur im Zyklus. Das eine Kraut sprießt, bleibt und macht Neuem Platz. Aus den vergangenen Monaten findet ihr noch immer eine lange Liste an tollen Wildkräutern. Sie sind noch immer voller wilder Nährstoffe wie Vitamin C, Kalium und Bitterstoffen. Ihr könnt sie alle in Salaten verwenden oder euren liebsten Smoothie oder eure Bowl damit toppen. Diese Evergreens sind:


Gänseblümchen, Ackerschachtelhalm, Bärlapp, Beinwurz, Breitwegerich, Dornige Hauhechel, Hirtentäschel, Frauenmantel, Franzosenkraut, Labkraut, Kalmus, Knoblauchsrauke, Mariendistel, Natternkopf, Rotklee, Sauerampfer, Schafgarbe, Schlangen-Knöterich, Taubnessel, Vogelmiere, Wiesen-Bärenklau


Der Sommer kann kommen. Wir sind mit vielen Kräutern für die Draußen-Zeit gewappnet. Und wir denken auch schon einmal voraus und sammeln für den Winter und trocknen unsere wertvollen Kräuter.



DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft

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