Wiesenkümmel

Uralter Bauchschmeichler.

Warum nicht nur Mamas auf den Wiesenkümmel schwören.



Sammelzeit

Im Mai und Juli sprießen die weißlich-rosa Blüten der Pflanze wie ein luftiger Wattebausch (oder der typische Ikea-Lampenschirm). Im Juli und August kann man die Kümmelpflanze ernten. Wie der Name verrät, findet man sie auf Wiesen und Wegrändern, vor allem in den Bergen. Hallo Kümmelkäse! 


Facts

Schon vor mehr als 5.000 Jahren war Kümmel als Heilpflanze bekannt. Die Griechen und Römer nutzten ihn später ebenfalls. Karl der Große befand ihn als so wichtig, dass er ihn in seinen Karlsgärten pflanzen ließ. (Ob er wohl selbst oft Bauchweh hatte?) 

Der Wiesenkümmel ist ganz zart. Seine Blätter sind hauchdünn und gefiedert. Auch die Blüten sind winzig klein. Trotzdem wächst aus diesem filigranen Grün eine kräftige Frucht.


Wo der typische Kümmelsamen steckt? Er reift direkt in der Blüte bis er braun ist. Um an den Samen zu kommen, schneiden wir das Kraut ab und hängen es in Bündeln zum Trocknen auf. Tipp: ein Stofftuch unter dem herabhängenden Strauß fängt die herunterfallenden Samen gleich auf. Fertig getrocknet zerreiben wir die Blüten mit den Händen bis sich die Samen heraustrennen und trocknen sie. 


Inhaltsstoffe & Wirkung

Im Wiesenkümmel finden sich Gerbstoffe, Flavonoide, Kaffeesäure und viele ätherische Öle. Besonders das Carvon ist ein tolles Öl, denn es macht den Wiesenkümmel zu einer carminativen Pflanze. Das bedeutet, sie regt den Speichelfluss an, fördert die Verdauung und lindert Blähungen - sogar besser als Fenchel. Das funktioniert übrigens auch über die Muttermilch: isst die Mutter Kümmel, hat das Kleine eine gute Verdauung. Neben Bauchkrämpfen wird mit ihm auch Husten behandelt, weil er antibakteriell wirken soll. 


Rezept

Typischerweise mischt man die Samen mit Fenchel und Anis zu einem Tee. In der deutschen und österreichischen Küche wird Kümmel gern verwendet, da er die schweren Gerichte bekömmlicher macht. (Stichwort Kräuterlikör.)

Ein ganzes Kümmelkorn ist zu intensiv? Dann können die Samen frisch gemahlen werden. Weniger bekannt ist die Verwendung der feinen Kümmelblätter. Sie kann man wie Petersilie oder Dill als Gewürzkraut in Salate geben. 

Der Kümmelsamen wertet jeden Brotteig noch einmal auf. Wer jedoch nicht unter die Bäcker gehen will, kann einen Aufstrich mit Avocado und Hanfsamen probieren.


Wir mischen ihn ins Kartoffelpüree. 


gewünschte Menge an Kartoffeln

1/2 TL Majoran

ein wenig Muskat

1/2 TL Kümmel

Milch oder Milchalternative (je nach Festigkeit der Kartoffel)

ein Schuss Öl

Salz & Pfeffer


Die Kartoffeln kochen und stampfen (nicht pürieren, sonst entsteht eine gummiartige Masse). Milch hinzufügen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Gewürzen und einem Schuss Öl verfeinern.


Schmeckt

Aromatisch, leicht scharf mit einer süßlichen Note.



DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft