Bitterstoffe.

Bittere Abwehr

„Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund“ lautet ein alter Spruch, der viel Wahrheit in sich trägt. Geht es der Verdauung gut, verwerten wir die Nahrung besser und können mehr Nährstoffe aufnehmen. Außerdem ist ein Großteil der Abwehrzellen im Darm zuhause - nämlich rund 70 Prozent sind in den Darmwänden lokalisiert. Damit diese gute Arbeit leisten können, sind sie unter anderem von einer guten Darmflora abhängig. Gerät diese aus dem Gleichgewicht, wird die körpereigene Abwehr geschwächt und krankmachende Keime nehmen die Überhand.


Stärkung

Bitterstoffe dienen als Stärkungsmittel und unterstützen unser Verdauungssystem. Diese waren im Mittelalter der Hauptbestandteil vieler Lebenselixiere (Theriaks) und wurden als universelle Medizin geschätzt. Im Pflanzenreich dienen Bitterstoffe als Fraßschutz und sind in vielen Wurzeln enthalten. Aber auch in Blättern und Früchten. Die Wegwartenwurzel ist eine schwache Bitterstoffdroge und so ideal für den Einstieg in die Welt der Bitterstoffe. Die Wirkung entfaltet sich bereits im Mund: Die Produktion der Verdauungssäfte wird angeregt, die Darmbewegung aktiviert. Die Resorption von Nährstoffen, wie B12 und Eisen wird durch eine verstärkte Durchblutung im Verdauungstrakt verbessert. Indem der bittere Geschmack die Schleimhäute zusammenzieht und anschließend wieder ausdehnt, können Krankheitserreger schneller ausgeschieden werden.


Wir wollen daher nach und nach hier einige wilde Bittermittel vorstellen. Den Anfang macht:



Wermut

Sammelzeit

Von Juli bis September kann man die Blätter des Wermuts sammeln. Die Blätter sehen ein wenig aus wie Beifuß. Doch seine gelben Blüten und der Geruch seiner Blätter verraten ihn schnell. Er fühlt sich auf kargen, steinigen Böden wohl. Und schon ein paar kleine Blätter reichen, um Speisen zu aromatisieren. Verwechseln darf man ihn nicht mit dem giftigen Blauen Eisenhut.


Facts

Artemisia absinthium kam aus Südeuropa zu uns. Mönche kultivierten sie in ihren Gärten. Der bekannte Absinth Schnaps war einige Zeit verboten, da das ätherische Öl des Krauts leicht giftig ist. Ein übermäßiger Verzehr führt außerdem zu Kopfschmerzen (auch ohne den Alkohol). Meist nutzen wir es heute nur als Aroma oder in Magenbitter.


Inhaltsstoffe & Wirkung

Seine Bitterstoffe regen die Verdauung an und kräftigen sie. Ganze 70 Prozent unseres Immunsystems liegen genau dort. Bittere Stoffe aus unserer Nahrung haben also einen positiven Effekt auf unsere Abwehrkräfte. Unser Körper kann dank dieser Bestandteile wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen effektiver aufnehmen.

Dadurch, dass die Inhaltsstoffe die Sekretion von Magensaft anregen, wird er bei Verdauungsschwäche und Appetitlosigkeit eingesetzt. Auch bei einer schwachen Galle kann er unterstützen. Außerdem wirkt Wermut entkrampfend und kann die Menstruation anregen, aber auch Wehen in der Schwangerschaft auslösen.


Rezept

Wermut verarbeiten wir entweder zu Tee, Oxymel oder einer Tinktur. Als Tee lässt man das Kraut 10 Minuten ziehen und trinkt ihn in kleinen Schlucken. Hier sind 3 Tassen am Tag erlaubt und das auch nur über eine Periode von 6 Wochen hinweg. Menschen mit Magen-oder Darmgeschwüren sollten Wermut generell meiden.


Einfache Tinktur mit Alkohol


* Marmeladenglas

* Wermutkraut

* Doppelkorn oder Weingeist


In einem Marmeladenglas Wermut mit Alkohol im Verhältnis 1: 5 übergießen. 5 Tage ziehen lassen. Abseihen und in ein dunkles Glas füllen. 1-3 Mal täglich 20-30 Tropfen in etwas Wasser verdünnt trinken.


Schmeckt

Bitter, leicht herzhaft.



DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft