Spitzwegerich

Aktualisiert: Okt 23

Der König der Wege

Er ärgert Golfrasenfreunde. Doch als Erkältungskraut ist er umso beliebter.


Sammelzeit

Das ganze Jahr über! Von Mai bis September ist die Hauptzeit, aber auch im Winter findet man den unverwüstlichen Spitzwegerich.

Erkennen lässt sich das Wildkraut leicht

an den lanzettförmigen Blätter mit gut sichtbaren Längsnerven. Verwechseln könnt ihr das Wildkraut mit anderen essbaren Wegericharten.


Facts

Rich ist ein altes Wort für König. Der König der Wege wurde von europäischen Ländern in ihre Kolonien mitgeschleppt und ist heute fast überall auf der Welt zu finden. Seine mit Schleim ummantelten Samen haften nämlich besonders gut an den Hosenbeinen. So erklärt sich auch, dass der Spitzwegerich so gern am Wegesrand zu finden ist! In Notzeiten wurde das Wildgemüse als Alternative zu fehlendem frischen Gemüse verwendet. Seine lanzettförmigen Blätter wachsen direkt aus dem Boden. Die Blüten sehen aus wie kleine längliche Walzen. Sie sitzen am Ende des langen Stängels. In der Blütezeit wachsen aus ihnen kleine weiße Blütenblätter. Wie kleine Szepter. Der Spitzwegerich steckt voller Mineralstoffe und Vitamin C.


Inhaltsstoffe & Wirkung

Spitzwegerich enthält unter anderem Schleimstoffe, Gerbstoffe und Aucubin. Eine ideale Kombination an Wirkstoffen, um uns jetzt in der kalten Zeit zu unterstützen. Schleimdrogen bilden einen Film und verhindern so eine Austrocknung unserer Schleimhäute in Nase und Mund. Der Abtransport von Fremdstoffen wird unterstützt. Wenn die körpereigene Schleimhaut im Winter aus ihrem Gleichgewicht gerät, ersetzen Pflanzenschleime die natürliche Schleimschicht des Körpers. Die Gerbstoffe, die außerdem im Wildkraut enthalten sind, wirken adstringierend auf die Schleimhaut und entziehen so Bakterien den Nährboden. Der Spitzwegerich kann uns hier super als Schutzschild gegen Viren und Bakterien dienen. Aucubin, ein sekundärer Pflanzenstoff, den der Spitzwegerich gegen Fraßfeinde bildet, hemmt im frischen Zustand außerdem das Wachstum von Bakterien.


Das Kraut ist nicht nur bei Erkältungen im Winter nützlich, sondern auch bei Verletzungen oder bei fiesen Mückenstichen. Hat man eine Wunde, desinfiziert das Kraut und unterstützt die Heilung. Das ist vor allem unterwegs in der Natur praktisch. Einfach Blätter zerkauen, auf die Wunde legen und mit einem frischen Blatt abdecken. Hilft auch, wenn man sich genesselt hat!


Rezept

Für einen Erkältungstee im Winter trocknet man die Blätter oder nutzen sie frisch. Um die Schleimstoffe und das Aucubin nicht zu zerstören eignet sich am besten ein Mazerat.

Für diesen kalten Auszug werden die Blätter des Spitzwegerichs zerkleinert und mit kaltem

Wasser übergossen und zwei bis drei Stunden in einem zugedeckten Gefäß bei Raumtemperatur stehen gelassen. Danach abseihen und trinken. Kaltauszüge sollten immer frisch zubereitet werden, da die Keimbelastung in kalten Auszügen höher ist als

in Tees. Frisch können die grünen Spitzwegerichblätter in Salate und Dressings gemischt werden. Auch der Kopf der Blüte lässt sich verwenden. Tipp für den Frühling: Die Blüten schmecken leicht nach Champignons. Gemeinsam mit anderen Wildgemüse dünsten ergibt sich eine Pilzpfanne ohne Pilze!


Schmeckt

Blüten: leicht nach Pilzen. Blätter: herb, würzig.



DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft