Sammelliste Knospen & Blätter

Aktualisiert: Mai 5

Diesen Monat heben wir den Blick nach oben. Unser Terrain ist ja normalerweise der Boden, doch gerade im Frühling lohnt es sich, das Blickfeld zu erweitern und auch nach Baumtrieben und Knospen Ausschau zu halten. Wir stellen euch 5 Bäume vor, von denen ihr Knospen sammeln könnt (Lesezeit 2 Min).



Knospen.

In der Gemmotherapie (gemma = lat. für Knospe) ist man davon überzeugt, dass alle Pflanzen ihre ganze Kraft in den Knospen speichern, die sie für ihr Wachstum brauchen. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Und auch die genetischen Informationen des Baumes. Der Baum legt die Knospen bereits im Spätsommer an, damit über den Winter alles Erbgut gespeichert wird. Schon drei bis maximal fünf Knospen spenden uns reichlich Nährstoffe.


Inhaltsstoffe.

Knospen enthalten in verschiedenen Dosierungen Bitter- und Gerbstoffe, Mineralstoffe, Salze, Harze, ätherische Öle, Chlorophyll, Eiweiße und pflanzliche Hormone. Ihre Inhaltsstoffe wirken je nach Pflanze wundheilend, kräftigend, entgiftend oder antibakteriell. Denn sie regen in unserem Körper die Zellheilung und Regeneration an.


Sammeln.

Knospen sind gerade für Einsteiger des Sammelns geeignet. Denn die Bäume erkennt man oft leichter als junge Pflanzenblätter. Außerdem sind sie außer Reichweite von Hundepipi. Allerdings achten wir auch darauf, dass kein Vogel sein Geschäft auf der gesammelten Knospe erledigt hat. Aus den Knospen bilden sich später Blätter. Die braucht der baum zum Wachsen. Daher sammeln wir nicht mehr als drei Knospen pro Baum. Auch die Knospe an der Astspitze lassen wir stehen.


„Äpfel sammelt man in Kübeln, Kräuter im Korb und Knospen im Fingerhut!“

Verarbeitung.

Wir können die Knospen direkt vom Baum naschen. Sie schmecken nussig, ein wenig süß oder sehr bitter - das kommt auf den Baum an. Knospen sind sehr knackig, da eine dünne Schuppenschicht oder Harzschicht sie ummantelt. Die schützt sie vor Kälte oder Fressfeinden. Im Mund kauen wir sie gut, damit sich die Inhaltsstoffe in unserem Mund bereits lösen können. Die Triebe sollten wir roh verarbeiten, um die Inhaltsstoffe zu erhalten. Wie in diesem süßen Snack.


Schokotriebe

- Kuvertüre (nach Geschmack hell oder dunkel)

- Trockenobst (Apfelringe, Aprikosen, Pflaumen…)

- gesammelte Triebe (z.B. Linde)


Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, Trockenobst eindippen und zum Trocknen auslegen. Kleine Triebe auf die Schokoladenseite legen und antrocknen lassen. Größere Triebe erst zerkleinern. Fertig!


Bäume.

Nicht alle Baumknospen sind genießbar. Die Eibenknospen sind sogar giftig. Deshalb sammeln wir nur, was wir kennen. Diese fünf lieben wir ganz besonders:


  • Lindenknospen: schmeckt sehr mild, wirkt beruhigend

  • Buchenblätter: schmecken, wenn sie noch sehr jung und zart sind, schmecken hölzern, süßlich

  • Birkenblätter & Knospen: Blätter nur ganz jung essbar, beides wirkt reinigend, schmecken nussig

  • Lärchentriebe: durchblutungsfördernd, schleimlösend, schmeckt nach Nadelwald

  • Walnuss: entgiftet, bei Verdauungsstörungen, schmeckt leicht nussig


Diese Bäume lassen sich für den Anfang gut erkennen und die Knospen schmecken auch nicht zu intensiv. Dennoch sammeln wir nur, was wir kennen und nur so viel wir brauchen. Viel Erfolg und Freude beim Sammeln!