Imbolc. Fest des Lichtes.

Heute kennen wir es eher als Lichtmess. Doch dieser Tag ist fest verankert im Zyklus der keltischen Jahreskreisfeste. Es ist das Fest des Lichtes und der Reinigung (Lesezeit 2 Min).



Fotograf: Clara-Marie Felder

Langsames Erwachen.

Unser Jahr hat ruhig gestartet. Wir waren noch immer zu müde. Zwischen den Jahren haben wir viel Innenschau betrieben. Und waren bis jetzt noch im Winterschlaf. So wie die Natur auch. Langsam blinzeln wir wieder mit unseren Augen für einen klaren Blick in die Zukunft.


Aber heute, 40 Tage nach Jul am 21.12., begrüßen wir endlich wieder das Licht. Die Tage sind nun deutlich länger, die Temperaturen steigen langsam an. In der Natur keimen die Samen in der Erde. Noch ist nichts zu sehen und die Erde mit Schnee und Frost bedeckt, aber wir sind in der Phase des langsamen Wiedererwachens. Wir feiern das Fest des Lichtes.


Keltisches Fest.

Im Jahreskreiszyklus beginnt nun eine neue Runde. Nach keltischen Sagen bringt uns die Göttin der Unterwelt heute endlich das lang ersehnte Licht zurück. Sie löst die unheimliche, dunkle "Perchta" ab. Und bringt damit auch spürbar das Wiedererwachen der Natur und auch unserer Energien. In alten irischen Traditionen bringt an diesem Tag Brigid nicht nur Licht, sondern auch Inspiration, Neugeburt und Heilung. Ihr wird häufig die kräftigende Birke zugeordnet. Beide stehen für die zurückkehrende Kraft der Natur. In dieser Nacht können wir gut eine reinigende Mischung aus Birkenblättern und Thymian räuchern.


Antike.

Im alten Griechenland galt dieses Fest der Göttin Artemis. Sie verkörpert die Selbstbestimmtheit und Zielstrebigkeit. Entschlossen sieht sie ihrer Zukunft entgegen. Ohne sich in ihrer Freiheit einschränken zu lassen, trifft sie klare Entscheidungen. Eine Inspiration für die Zukunftsplanung.


Bauernregel.

Für Bauern war es früher eine Zeit der Prognose des kommenden Jahres. Sie lasen in diesen Tagen das Wetter der kommenden Monate ab: “Lichtmess trüb, ist dem Bauern lieb.” Schlechtes Wetter an diesem Tag deutet also auf einen baldigen Frühling hin. Wir hoffen, dass das stimmt. Außerdem war es für sie das Ende ihres Jahres als Knecht und somit Zahltag. Die Planung des neuen Erntejahres konnte beginnen.


Kirche.

Die christliche Kirche interpretierte diesen Tag als Lichtmess, an dem Kerzen geweiht und entzündet und der Christbaum endgültig abdekoriert wird. Auch hier ist es die Zeit der Reinigung.


Innere Reinigung.

Nach langer Innenschau erwachen wir wieder. Wir reinigen uns von dem, was in der dunklen Jahreszeit an bedrückenden, schweren Emotionen da war. Besonders in diesen unruhigen Zeiten. Alle Last aus dem alten Jahr darf nun endgültig gehen. Wir betreiben den ersten sanften Frühjahresputz. Ganz bewusst. Denn wir möchten nichts überstürzen, sondern das Jahr achtsam und mit steter Kraft angehen.


Weil wir gut ausgeruht sind, haben wir nun die nötige Energie dazu. Noch befinden wir uns in der Vorbereitung auf ein neues, fruchtbares Jahr. Ein letztes Kraftschöpfen und entschlossenes Reflektieren bevor der Frühling kommt. Wir können uns noch einmal orientieren:

  • Was hat im Januar schon gut funktioniert? Wo darf ich mich neu orientieren?

  • Wo sehe ich mich wirklich dieses Jahr? Was kann ich realistisch erreichen? Welche klaren Entscheidungen darf ich treffen?

  • Was soll in mir wachsen? Was brauche ich dafür?


Wir nehmen uns für diese Journaling Session gern bewusst Zeit, räuchern und denken auch über kleine Routinen nach, die uns in diesem Jahr hilfreich sein könnten. Dazu haben wir schon die passenden Tipps erhalten. Und auch selbst einige Inspiration für schöne alltägliche Routinen in unter 2 Minuten. Ganz ohne Muss und hohen Erwartungen.






DE-ÖKO-044
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