Die Hagebutte

Großmutters unterschätztes Superfood

Kaum zu übersehen sind sie im Moment: Die roten Scheinfrüchte der Wildrose leuchten überall hervor. Und doch werden sie kulinarisch von den meisten nur wenig beachtet.

Dabei ist die heimische Hagebutte tatsächlich eine der Vitamin C-reichsten Pflanzen der Welt. Und sie kommt auch noch genau zur rechten Zeit: Bei Regen, Sturm und der ersten Erkältungssaison des Jahres benötigen wir eine extra Dosis Vitamine.


Was macht die Hagebutte so gesund

  • Wie schon erwähnt: Unmengen an Vitamin C. Um es genau zu sagen: 400 bis 1.500 mg pro 100 g (eine Zitrone kommt auf 53g).

  • Außerdem ist sie reich an: B-Vitaminen, Betakarotin und Vitamin K.

  • Der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin verleiht den Früchten ihre Farbe und gilt als hochpotentes Antioxidant.

  • Der sekundäre Pflanzenstoff Galaktolipid wirkt nachweislich entzündungshemmend. Dieser Stoff sitzt in den Kernen und der Schale.

  • Die enthaltenen Gerbstoffe wirken ebenfalls entzündungshemmend uns super bei Magen-Darmbeschwerden.


Regional und doch oft von weit her.

Trotz der beachtlichen Inhaltsstoffe kultiviert die Hagebutte hierzulande kaum jemand. Viele Pulver und Tee‘s, die ihr in den Supermärkten kaufen könnt, stammen aus China oder Chile. Und das, obwohl die Pflanze direkt vor unserer Nase zuhauf wächst.


Warum ist das so? Das Ernten der Hagebutte ist mühsam: Maschinen gibt es nicht. Zerkratzte Arme und juckende Finger gerhören oft dazu. Wenn ihr das Superfood also regional und ohne große Lieferwege haben wollt, müsst ihr selber ran. Das Gute: Das Ernten lässt sich direkt mit einem Herbstspaziergang verbinden und ihr könnt danach die vollen Kraft der Inhaltsstoffe genießen. Wann ist die beste Sammelzeit?

Die Hagebutten sind reif, wenn ihre Farbe leuchtet und sie noch relativ hart sind. Zu weiche Hagebutten verlieren schon ihren Vitamin C gehalt. Allerdings schmecken sie nach dem ersten Frost etwas süßer.


Rezept: Hagebuttenpulver

Ein beliebtes Rezept ist die Hagebuttenmarmelade. In 100 g Hagebutten-Marmelade finden sich aber nur noch 50 mg des hitzeempfindlichen Vitamin C‘s. Besser geeignt ist eine schonende Trockung bis maximal 40 Grad (nicht im Ofen). So lassen sich alle wertvollen Inhaltsstoffe in Pulverform erhalten.

  1. Hagebutten halbieren und von Kernen und Stiel befreien.

  2. Die Früchte waschen um alle juckenden Härchen zu entfernen.

  3. Gut trocken tupfen und entweder in einem Dörrgerät, in der Sonne oder auf der Heizung trocknen.

  4. In einem Hochleistungsmixer oder Kaffeemühle, die Hagebutten zu Pulver vermahlen.

  5. Pulver in ein dunkles Glas sieben.


Keine Reste.

Die Kerne müsst ihr nicht wegschmeißen. Aus ihnen könnt ihr einen Kernlestee herstellen. In den Kernen ist Kieselsäure und Vanillin enthalten. Ein etwas in Vergessenheit geratenes Rezept, das tatsächlich etwas vanillig schmeckt und super bei Blasenbeschwerden.

Dafür die Kerne trocknen und in 500ml Wasser über Nacht einweichen. Am nächsten Tag erhitzen und 20 Minuten ziehen lassen. Der Tee ist nichts, wenn es mal schnell gehen soll.



Kann man Hagebutten auch roh essen?

Die Antwort lautet: „Ja, aber.“

Ihr solltet vor Verzehr unbedingt die Kerne entfernen, diese können nämlich im Hals und Rachen fies jucken. Wer empfindliche Haut hat, macht das sogar lieber mit Handschuhen. Am besten direkt von der Pflanze in den Mund. Oder abspülen und ab auf den Salat oder in den Smoothie geben.






DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft

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