Die Eisheiligen. Ungeliebte Frostboten.

Die “gestrengen Herren” und die “Kalte Sophie” lassen uns noch einmal Mütze und Mantel suchen. Und das Mitte Mai! Doch in den alten Bauernregeln wird schon immer vor ihnen gewarnt.  Denn die Eisheiligen gehen auf jahrhundertelange Erfahrung und Wetterbeobachtung zurück. 



Namensgeber.

Für Viele ist es daher auch nicht verwunderlich, dass es diese Woche nochmal ordentlich kalt wurde. In ihrem Kalender sind die Tage als die Eisheiligen vermerkt. An diesen Tagen gedenkt man Mamertus, Pankratius und Servatius. In Süddeutschland kommen noch Bonifatius und die Kalte Sophie dazu. Sie alle waren Bischöfe und  Märtyrer mit wunderlichen Kräften. Ihnen wird in der Zeit vom 11. bis 15. Mai gedacht und so sind sie zu den Namensgebern des frühsommerlichen Frosts geworden.


Wissenschaftlich.

Kühles Wetter aus dem Norden mischt sich mit Polarluft aus der Arktis und lässt uns in Mitteleuropa frösteln. Statistisch gesehen ist die Frostperiode im Mai seltener geworden (Hallo Klimawandel!). Wetterexperten gehen auch davon aus, dass sie sich auf Ende April eingependelt hat. Doch 2020 kam sie fast auf den Tag genau. Landwirte und Garteninhaber haben ein genaues Auge auf die Eisheiligen, denn viele Pflanzen überstehen die plötzliche Abkühlung über Nacht nicht. In Süddeutschland rechnet man den ersten Tag mit Mamertus übrigens nicht mit. In dieser Zeit ist die kalte Luft noch nicht so weit gen Süden gezogen. 


Reihenfolge.

Jeder Tag der Eisheiligen wird einem Bischof oder Märtyrer zugeordnet.


11. Mai - Mamertus 12. Mai - Pankratius 13. Mai - Servatius 14. Mai - Bonifatius von Taurus 15. Mai - Märtyrerin Sophia von Rom, auch Kalte Sophie


Bauernregeln.

Aus dem Bauernkalender kennen wir im Kalenderjahr 84 Lostage, die einzelnen Wetterphänomenen zugeordnet sind - beispielsweise die Siebenschläfer oder der Altweibersommer. Schlaue Bauern studierten über die Jahrhunderte das Wetter ganz genau und leiteten für die Eisheiligen einige Regeln ab:


Pflanze nie vor der Kalten Sophie. Mamerz hat ein kaltes Herz. Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost. Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.





Konsequenz.

Für uns heißt das: Neue Pflanzen erst nach dem 15. Mai setzen. Die, die schon im Garten wachsen, sollte man für diese Nächte abdecken. Mit einem Stück Vlies oder Zeitungspapier macht man es ihnen kuscheliger. So haben Mamertus und Co. keine Chance. Natürlich kann man das Wetter aber nicht verallgemeinern und das Klima ist ein anderes an der Nordsee als in den Alpen. Aber wir finden, dass die Eisheiligen eine gute Erinnerung an die Ungezähmtheit der Natur sind - und eine Chance für wohlverdienten Niederschlag für unsere Pflanzen. 


P.S.: Ob wir für dieses Jahr sicher sind vor der Kälte? Noch nicht. Um den 11. Juni zieht noch einmal die Schafskälte über Deutschland hinweg.



DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft

Melde Dich zu unserem wilden Newsletter an um keine Neuigkeiten über frische Produkte, Rabatte und neue Events in Berlin zu verpassen. Kein Spam - versprochen.