Brennnessel

Aktualisiert: 29. Juli 2019

Wohl eine der am meisten unterschätzten heimischen Heilpflanzen. Dabei ist die Brennnessel ein echtes Nährstoffbündel! 


Sammelzeit


Von März bis August blüht die Brennnessel. Das ist auch die ideale Zeit, um die Blätter zu ernten. Natürlich sollte man die Handschuhe dabei nicht vergessen - sonst kann es schnell sehr wehtun. Am besten schmecken die jungen, oberen Brennnesselblätter. Ältere können bitter schmecken. Für die Wurzeln ist der Herbst der beste Erntezeitpunkt. Die Brennnessel wächst überall dort, wo der Boden feucht und nährstoffreich ist. Bei uns ist die Brennnessel weit verbreitet und leider eher als massiv bekämpftes Unkraut, statt als Heilpflanze bekannt.


Generell gilt: Am besten fernab von Straßen, gespritzten Feldern und Hundewiesen sammeln. Klingt erstmal schwierig heutzutage, aber das Suchen nach einer perfekten Sammelstelle lohnt sich! 


Facts

Obwohl man sie im eigenen Garten und auf dem Acker bekämpft, gibt es allein auf dem deutschen Markt über 100 verschiedene Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel mit Extrakten aus Brennnesselblättern, Brennnesselsamen oder Brennnesselwurzeln. Die Heilpflanze ist ein echter Kosmopolit, denn sie kommt überall auf der Erde vor. Sie zeigt auf jedem Kontinent an, wo der Boden besonders stickstoffreich ist. Deshalb zählt man sie zu den sogenannten „Zeiger-Pflanzen“, aus denen man Rückschlüsse auf die Bodenverhältnisse ziehen kann.


Inhaltsstoffe & Wirkung

Das heimische "Unkraut" überrascht ziemlich mit seinen Inhaltsstoffen: Die Brennnessel liefert, je nach Standort, zwei- bis viermal so viel Eisen wie ein Rindersteak und bis zu dreimal so viel Eisen wie Spinat (pro 100g). Sie ist außerdem auch ziemlich eiweißreich: 100 g frische Brennnesselblätter enthalten ähnlich viel Eiweiß wie die gleiche Menge frische Hülsenfrüchte, nämlich bis zu 8 g.

Die Heilpflanze enthält zudem mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und ist reich an Mineralien wie Eisen, Kalium und Magnesium und sekundären Pflanzenstoffen, wie den Flavonoiden. Diese sorgen zusammen mit dem enthaltenden Kalium für die entwässernde Wirkung der Blätter.


Die Brennnessel ist somit eine Stoffwechsel-Pflanze. In der Volksmedizin wird die Brennnessel zur Entgiftung und Entschlackung im Rahmen von Frühjahrskuren sowie bei Müdigkeit und Erschöpfungszuständen empfohlen. Sie wird schon seit vielen Jahrhunderten als Stärkungsmittel eingesetzt. Wissenschaftler der Universität Arizona (USA) konnten im Rahmen von zell- und molekularbiologischen Untersuchungen zeigen, dass die Inhaltsstoffe der Brennnessel antientzündliche Prozesse in Gang setzen. Vor allem die enthaltenen Flavonoide - sekundäre Pflanzenstoffe - hemmen entzündungsfördernde Vorgänge im Körper. Deshalb ist sie auch super bei Rheuma oder anderen Gelenkerkrankungen geeignet. Die höchste Konzentration entwässernder Flavonoide haben übrigens die frischen Blätter!


Wichtig ist, dass Menschen mit einer eingeschränkten Herz- oder Nierenfunktion die Verwendung vorher mit ihrem Hausarzt abklären. Sonst kann der Organismus überfordert sein. 


Rezept 

Es gibt unzählige Möglichkeiten der Zubereitung. Vom Verwenden der frischen Blätter im Salat, Smoothie über Ölauszüge bis hin zum Tee. Eine besonders einfach Variante um von den Nährstoffen profitieren zu können ist die Herstellung von Brennnesselpulver:


Brennnesselpulver:

Frisch Blätter sammeln, zu Bündeln zusammenbinden und mindestens eine Woche trocknen lassen. Die getrocknete Blätter in einem Mörser zu feinem Pulver verreiben. Luftdicht und dunkel abfüllen. Das Pulver kann man super als Gewürz verwenden oder in den Smoothie am Morgen geben! 


Wenn ihr die frischen Blätter im Salat verwenden wollt, solltet ihr sie vorher einmal mit einem Nudelholz überrollen. Durch das Quetschen, brennen sie danach nicht mehr und ihr könnt sie gefahrlos essen. 



Schmeckt: Leicht nussig, ähnliche wie Spinat. 

Wirkt: Entzündungshemmend und entwässernd

Verwendung: Auszug, Tinktur, Tee, als Gemüse uvm. 



DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft

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