Bärlauch

Das wohl geschmacksintensivste Wildkraut ist nicht nur super lecker, sondern kann uns auch allerlei Gutes tun. Im Mittelalter wurde das Kraut in der Annahme genutzt, Vampire und Hexen fernhalten zu können. In der Walpurgisnacht wurde deshalb eine tiefgrüne Bärlauchsuppe gereicht. Mönche allerdings aßen ihn nicht. Sie verbanden den knoblauchartigen Geruch mit dem Teufel und waren von seiner aphrodisierenden Wirkung überzeugt. Der Bärlauch hatte also Zutrittsverbot zur Klosterküche! Hier erfahrt ihr mehr über das bekannte Wildkraut.



Namensherkunft.


Was hat der Bär mit dem Bärlauch zu tun? Die Anwort ist nicht eindeutig geklärt. Unter Bärlauch-Experten gibt es drei wild diskutierte Möglichkeiten:

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1 - Aus dem Winterschlaf erwachte Bären stärken sich gern mit dem wilden Lauchgewächs. Schon vor 2000 Jahren als die Tiere in Europa noch häufiger anzutreffen waren, gaben die Römer ihm den Namen: Bärenknoblauch. Den Tieren hilft das Kraut zum Beispiel bei Wurmbefall. Auch unseren Haustieren kann man daher gut eine kleine Portion Bärlauch unter das Essen mischen.

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2 - Die Menschen bewunderten früher diese starken Tiere. So gaben sie vielen kraftvollen Pflanzen einen Bezug zu dem Bär: Bärentraube, Bärwurz, Bärenklau. Denn Bärlauch steckt voller stärkender und entgiftender Inhaltsstoffe.

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3 - Weitere Quellen sagen, der Name rührt vom Sternenbild des großen Bärens her. Auf dessen Ursprung geht auch der Name der Arktis zurück und verweist auf die nordische Herkunft des Krautes.

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Sammeln.


Das Wildkraut liebt halbschattige Plätze und feuchte Böden. Daher findet ihr es gerne in großer Anzahl in Laub- und Mischwäldern. Ab Mai beginnt die Blütezeit des Bärlauchs. Dann verlieren die Blätter etwas von ihrem Aroma. Auch die geschlossenen Blütenknospen könnt ihr essen. Eingelegt in Essig ergeben diese leckere „falsche Kapern“. Ab Mai lassen sich auch die Zwiebeln ähnlich wie Knoblauch verspeisen.


Erkennen.


Mit etwas Übung wirst du schnell sicher in der Bestimmung. Verwechslunsgefahr besteht mit den giftigen Maiglöckchen & den Herbstzeitlosen. Diese wachsen auch häufiger in Bärlauchfeldern. Daher ganz genau aufpassen und nur sammeln, wenn ihr euch zu 100% sicher seid.




Gesundheit.


Ganz klar: Bärlauch schmeckt gut. Wir können uns mit dem Genuss aber auch gleichzeitig etwas Gutes tun.


Darmputzer: Bärlauch enthält ätherische Öle, Schwefelstoffe und Senfölglykoside, die unsere Verdauung fördern. Durch das enthaltene Allicin wird schlechten Bakterien der Garaus gemacht und gute können sich munter vermehren.


Immunsystem. Durch die positive Wirkung auf den Darm unterstützt der wilde Knoblauch auch unser Abwehrsystem. Außerdem enthält er ordentlich viel Vitamin C und extrem viel Chlorophyll. Er gilt auch als Frühjahrsputzer, da er den Stoffwechsel anregt.



„Iß wilden Knoblauch

im März und im Mai,

dann haben die Ärzte

das ganz Jahr über frei.“



Verzehr.


Ihr könnt alle Teile des Bärlauchs essen. Ideal ist es, diesen frisch zu verzehren, um seine volle Wirkkraft nutzen zu können. Eine weitere Methode ist das Konservieren z.B in Essig, Öl oder als Fermentat. Auch Einfrieren über ein paar Wochen ist eine Lösung, aber hier geht der Geschmack etwas verloren. Daher legt euch am besten jetzt einen großen Vorrat für das Jahr an: Bärlauchpesto, Bärlauchsalz, Kräuterbutter und eingelegte Blütenknospen sind schnell gemacht und ihr könnt so auch im Sommer noch Bärlauch genießen. Ein Vorurteil können wir zum Glück entkräften: Bärlauch ist auch während der Blüte essbar.


Ein Geheimtipp aus unserer Pestoküche ist der Aufstrich aus heimischen Kraftpaketen: Eine handvoll frischen Bärlauch mit 200g grünen Erbsen, jeder Menge gerösteten Kürbiskernen, Kürbiskernöl und einem Schuss Apfelessig pürieren. Salzen, pfeffern und nach Belieben etwas Kümmel dazu.


Schmeckt: frisch, intensiv, nach Knoblauch (und Frühling!)



Hinweis: Tastet euch bitte langsam ran. Wir machen auch immer den Fehler, direkt super viel des Krauts zu essen. Aber unsere Verdauung muss sich erstmal an diese Nährstoffbombe gewöhnen.



DE-ÖKO-044
EU-Landwirtschaft

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